Sichere und zuverlässige Bahnübergänge sind ein zentraler Bestandteil des Bahnbetriebs. Um die langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten, haben die Appenzeller Bahnen AG die beiden Bahnübergänge oberer Böhl (BUe 096) und Stich (BUe 097) in Waldstatt umfassend erneuert. Das SOB-Kundengeschäft durfte dieses Projekt mit der Durchführung des Gutachtens sowie der Werkprüfung der neuen Sicherungsanlagen begleiten. Verantwortlich für diese Aufgaben waren André Rüegg und Pascal Frey.
Die bestehenden Bahnübergänge hatten das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht und mussten ersetzt werden. Ziel des Projekts war es, die vorhandenen Anlagen durch eine moderne Bahnübergangssteuerung zu ersetzen und gleichzeitig die bestehenden Betriebsabläufe beizubehalten. Die neuen Anlagen werden künftig durch das Einfahrsignal Waldstatt beziehungsweise durch ein Kontrolllicht überwacht und abgesichert.
Mit der Projektierung wurde das IBS Ingenieurbüro für Stellwerktechnik unter der Leitung von Marco Müller beauftragt. Die Montagearbeiten führte die MFG Stellwerkbau GmbH aus.
Vor der Inbetriebnahme sicherungsrelevanter Anlagen müssen sämtliche Funktionen, Schaltungen und Schnittstellen umfassend geprüft werden. Im Rahmen dieses Projekts umfasste der Prüfauftrag unter anderem den Rückbau der bestehenden Bahnübergänge oberer Böhl und Stich, den Neubau der Schnittstellen für die Anlagen BUe 096 und BUe 097 sowie die Prüfung der Innen- und Aussenanlagen.
Zusätzlich wurden Anpassungen an den Schnittstellen der SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) und der Frequenzumrichter überprüft.
Die Werkprüfung fand vom 3. bis 5. August 2026 statt. Vertreter der beteiligten Unternehmen haben die neuen Anlagen Schritt für Schritt geprüft und sämtliche sicherheitsrelevanten Funktionen kontrolliert. Dabei standen insbesondere die korrekte Verdrahtung, die Übereinstimmung mit den genehmigten Schemas sowie die Funktion der Schnittstellen zum bestehenden Stellwerk Domino 69 im Fokus.
Das Ergebnis der Werkprüfung fiel äusserst positiv aus. Sämtliche Installationen und Verdrahtungen entsprachen den Vorgaben und den freigegebenen Projektunterlagen. Während der Prüfungen wurden einige kleinere Altlasten erkannt und nach Überprüfung durch die Projektverantwortlichen direkt bereinigt; sicherheitsrelevante Mängel oder Unstimmigkeiten wurden keine festgestellt. Aus Sicht des Werkprüfers erfüllten die neuen Sicherungsanlagen sämtliche Anforderungen für eine sichere Inbetriebnahme. Entsprechend konnte am 10. August 2026 die Betriebsfreigabe unter Einhaltung der festgelegten Bedingungen erteilt werden.
Das Projekt in Waldstatt zeigt exemplarisch, welchen Stellenwert unabhängige Prüfungen bei sicherheitsrelevanten Bahnanlagen haben. Durch die sorgfältige Werkprüfung und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte sichergestellt werden, dass die modernisierten Bahnübergänge den hohen Anforderungen des Bahnbetriebs entsprechen und künftig einen zuverlässigen und sicheren Betrieb gewährleisten.
Für das Kundengeschäft der SOB war das Projekt eine weitere Gelegenheit, die eigene Fachkompetenz im Bereich Bahnautomation und Sicherungsanlagen unter Beweis zu stellen. Mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen trugen André Rüegg, Pascal Frey und alle anderen Beteiligten dazu bei, dass die neuen Anlagen termingerecht geprüft und erfolgreich in Betrieb genommen werden konnten.
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