Streckenerneuerung zwischen Wittenbach und St. Fiden

Die Strecke zwischen Wittenbach und St. Fiden ist über 100 Jahre alt. Im kommenden Jahr finden Erneuerungsarbeiten statt. Rund 30 Mio. Franken wird die Schweizerische Südostbahn AG (SOB) 2018 in drei Infrastrukturprojekte investieren. Reisende müssen zeitweise mit Verzögerungen rechnen. In Planung ist zusätzlich ein Kantons- und Gemeindeprojekt beim Tunnelportal Wittenbach.

Das Baubewilligungsverfahren für drei SOB-Infrastrukturprojekte auf dem Streckenabschnitt Wittenbach–St. Fiden ist eingereicht: die beiden 1910 in Betrieb genommenen Tunnels Bruggwald und Galgentobel sowie die Gleisanlage im Bahnhof Wittenbach, wo die SOB zurzeit Tiefbauarbeiten für Sicherungsanlagen ausführt. In der zweiten Maihälfte sind zudem Nachtarbeiten eingeplant. Die Instandstellung der Gleisanlagen im Bahnhof Wittenbach im Umfang von rund 6 Mio. Franken wird mit den Tunnelarbeiten zeitlich koordiniert.

Verlängerte Nachtpausen und neun Wochen Totalsperre

«Mit der Erneuerung der beiden Tunnels will die SOB die Voraussetzungen für die Nutzung während der nächsten 50 Jahre schaffen», hält SOB-Projektleiter Manfred Guntlin fest. Zugleich will die SOB im Rahmen der Sanierung sicherstellen, dass die Tunnels zukünftig auch von Doppelstockzügen befahren werden können.

Die umfangreichen Arbeiten lassen sich nur mit verlängerten Nachtpausen sowie einer Totalsperre von neun Wochen realisieren. Die Bauarbeiten beginnen Anfang April 2018 und dauern bis in den Herbst hinein. Während der 9-wöchigen Totalsperre vom 9. Juli 2018 bis 9. September 2018 ist die Strecke Wittenbach–St. Gallen St. Fiden unterbrochen. Während der Vor- und Nacharbeiten wird in verlängerten Nachtpausen von 20.50 bis 5.10 Uhr gearbeitet. Für die Reisenden bedeutet dies, dass zwischen Wittenbach und St. Gallen während der Totalsperre sowie der Vor- und Nacharbeiten Bahnersatzbusse verkehren werden.

Schotterfahrbahn im Galgentobeltunnel

Der 96 Meter lange Galgentobeltunnel hat ein Gewölbe aus Natursteinmauerwerk, das zum Teil mit Spritzbeton abgedichtet ist. Wo nötig, erfolgt beim Gewölbe eine Betoninstandsetzung. An der Gewölbedecke wird neu eine Deckenstromschiene angebracht. Der Galgentobeltunnel wird auch zukünftig eine Schotterfahrbahn haben. In diesem Tunnel baut die SOB Schienen, Schwellen und Schotter aus, senkt die Sohle ab und bringt neues Material ein.

Feste Fahrbahn im Bruggwaldtunnel

Der Bruggwaldtunnel weist eine Länge von 1731 Metern auf. Das Gewölbe aus Natursteinmauerwerk ist mit Spritzbeton abgedichtet, der, wie Untersuchungen belegen, ebenfalls Schadstellen aufweist. Deshalb ersetzt die SOB dort die schadhafte Spritzbetonschale, erneuert die Entwässerung und saniert die Fugen. Eine weit umfangreichere Arbeit mit enormem Materialumschlag jedoch ist der Ersatz der alten Fahrbahn durch eine feste Fahrbahn. Damit kann grösstenteils auf eine Absenkung der Tunnelsohle verzichtet werden. Neu wird im Bruggwaldtunnel ebenfalls eine Deckenstromschiene eingebaut, um zusätzlich etwas Höhe für die Doppelstocktauglichkeit zu gewinnen.

Verlegung des Studerswilerbachs

Beim Tunnelportal Seite Wittenbach ist das Kantons- und Gemeindeprojekt «Verlegung Studerswilerbach» geplant. Das entsprechende Projekt wird voraussichtlich im Frühsommer aufgelegt. Der eingedolte Studerswilerbach soll über den SOB-Tunnel geführt werden. Dazu ist eine entsprechende Tunnelverlängerung von rund 10 Metern Länge notwendig, die sich zusammen mit den Sanierungsarbeiten ausführen liesse. Der Hauptinstallationsplatz befindet sich auf dem Freiverlad beim Bahnhof Wittenbach; der kleinere Installationsplatz wird im Galgentobel zwischen den beiden Tunnels eingerichtet.

 

 

Blick aus dem Bruggwaldtunnel Richtung Süden
Blick aus dem Bruggwaldtunnel zum Galgentobeltunnel
Projektleiter vor dem Bruggwaldtunnel Portel Wittenbach
SOB-Projektleiter Manfred Guntlin erklärt die geplante Tunnelverlängerung auf der Portalseite Bahnhof Wittenbach